CMS Joomla versus WordPress

Für welches der Content-Management-Systeme entscheidet man sich?

Es spielt im Grunde keine Rolle. Die Unterschiede sind nicht allzu groß. Es ist Anschauungssache, denn beide Softwares zählen zu den Content-Management-Systeme (CMS) die weltweit am beliebtesten sind. Mal hat Joomla die Nase bei den Installationen vorn, mal WordPress.

Content management system or CMS

Ich für meinen Teil bin von beiden Content-Management-Systeme (CMS) begeistert. Privat- oder Geschäftskunden sollten sich aber vor Augen führen, dass man sich bei beiden Systemen einarbeiten muss, sofern man seine Internetseiten oder seine Homepage selbst pflegen will. Egal für welche Software man sich entscheidet. Nach einem Nachmittag  Einarbeitung, bzw. einem Crashkurs, ist jedes der Systeme einfach zu pflegen und zu aktualisieren. Man muss sich halt damit beschäftigen und das kostet Zeit. Wer diese Zeit nicht hat, dem empfehle ich auf jeden Fall einen Wartungs- und Updatedienst, bzw. Vereinbarung, denn beide Softwarepakete liefern in regelmäßigen Abständen Updates aus die man auch tunlichst durchführen sollte. Schon alleine der Sicherheit wegen. Hinzu kommt dass sich auch das Internet selbst immer weiter verändert und auch die Anforderungen von Google immer weiter zunehmen. Vor allem Selbständige die sich über das Internet und ihre Website neue Kunden oder Aufträge generieren wollen, sollten sich hier auf dem laufenden halten. Ein einmal erarbeitetes Ranking zu verlieren ist schnell passiert.

Arbeit macht es nach der Fertigstellung einer Homepage nur noch dann, wenn man seine Website mit Modulen, Extensions oder Komponenten hochrüsten will. Aber auch, wenn man das Layout ändern oder einen Relaunch vornehmen und neu aufsetzen will. Den eigentlichen Inhalt zu ändern, ist aber bei beiden kinderleicht und praktisch per Mausklick durchzuführen.

Arbeitet man mit Fotos, Bildern oder Galerien dann gilt für beide Systeme: keine Originaldateien hochladen, sondern die Fotos, Grafiken und Bilder für das Internet komprimieren und verkleinern. Sonst kann es passieren, dass sich die eingebundenen Bilder bei einer Galerie oder einem Hintergrundbild nur zeilenweise aufbaut. Im Sinne der Performance, wie sie auch von der Suchmaschine (Suma) Google verlangt wird für ein gutes Ranking, wäre dies „tödlich“. Aber genau dafür gibt es Onlinetools oder auch kostenlose Grafiksoftware wie Gimp oder IrfanView. Wer sich nicht in eine Grafiksoftware einarbeiten will, für den ist ein Onlinetool die erste Wahl.

Ein Vorteil der für beide Content-Management-Systeme gilt, sind die vielen tausend Vorlagen die man sich für eine Homepage kostenlos herunter laden und testen oder anpassen kann. Für den privaten Bereich „why not?“. Für einen Selbständigen eher abzuraten, da der Link zum Urheber, der meist im Fußbereich (Footer) enthalten ist, nicht gelöscht werden darf. Damit führt man dann seine eigenen Gäste wieder heraus aus seiner Homepage auf die Website des Urhebers. Das sollte man als Selbständiger vermeiden. Ein Selbständiger der auf seiner Homepage qualitativ hochwertige Leistung oder Dienstleistung verspricht, aber selbst eine kostenlose Download-Vorlage oder einen Baukasten nutzt? Das passt irgendwie nicht zusammen.

Der wohl wichtigste Unterschied liegt in der Blogfunktion von WordPress. WordPress ist ja ursprünglich eine Blogsoftware. Diese Blogfunktion gibt es auch in Joomla. Lediglich die Kommentarfunktion die in WordPress enthalten ist, gibt es in der Grundausführung in Joomla nicht. Allerdings kann man diese Kommentarfunktion per Mausklick als Zusatzmodul in Joomla nachrüsten. Je nach Dritthersteller gibt es kostenlose oder auch kostenpflichtige Zusatzmodule für diese Funktion. Kostenlos wäre die Komponente K2. Sie gibt es auch mit einem deutschen Sprachpaket. Einfach installieren wie jede andere Erweiterung auch. Mit älteren Templates kann es Probleme geben. K2 ist sehr umfangreich und mächtig und bedingt deshalb eine gründliche Einarbeitung. Leider gibt es keine anständige Dokumentation dazu. Man muss sich also schon etwas mehr Zeit nehmen.

Für einen Nutzer des Internets der eine bestimmte Seite oder Produkt sucht spielt es keine Rolle mit welcher Software eine Seite gestaltet ist. Er sieht es nicht. Am Design einer Seite ist es nicht erkennbar. Erkennen kann man es nur am Quelltext und diesen sehen sich nur Leute an, die etwas davon verstehen. Die verwendete Software ist also nur für den Inhaber einer Website wichtig, denn er muss damit umgehen können. Er muss sich damit anfreunden und sich darin einarbeiten. Es ist wie mit allem…von alleine geht nichts und es kostet immer Zeit.

Und was die Sicherheit angeht? Nun…kein Content-Management-System ist sicher. Das wird sich auch nie ändern solange es kriminelle Hacker gibt. Wenn noch nicht einmal staatliche Einrichtungen sicher sind, dann gilt dies erst recht für alle Systeme in die man sich per Nutzernamen und Passwort einloggen kann. Und Sicherheitslücken bei Content-Management-Systeme wird es auch immer geben. Die Entwickler sind zwar bemüht diese zu schließen, aber diese Gefahr besteht immer bei neuen Updates.

Die Unterschiede:

Um die Unterschiede herauszufinden habe ich jetzt keine Handbücher gewälzt oder mich stundenlang in Video-Trainings vertieft. Ich bin her gegangen und habe eines meiner Joomla-Projekte in ein WordPress-Projekt umgesetzt. Das hatte den Vorteil, dass ich keine Texte und Bilder mehr brauchte und mich nur noch um die Umsetzung zu kümmern hatte. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht deshalb nicht, aber Laien und Privatpersonen können dann vielleicht eher abschätzen zu welchem System sie letztlich neigen.

Weiter: Die Blogfunktion mit K2 ist annehmbar, sofern man bereit ist sich einzuarbeiten und alles durchzutesten, denn eine Dokumentation gibt es nicht. Von der kostenlosen Version von Yootheme sehe ich für meinen Teil lieber ab. Bei einem Test mit der neuesten Version konnte ich keine „Weiterlesen-Marke“ setzen. Ebensowenig einen Seitenumbruch. Ein Teaserbild kann man einfügen, aber keinen Text dazu. Nicht sehr glücklich. Hinzu kommt, dass man bei der kostenpflichtigen Version schon nach 12 Monaten ein neues bezahlpflichtiges Update nehmen muss wenn man Pech hat. Ich hatte vor 12 Monaten eine Entwicklerversion gekauft und schon jetzt funktionieren alle Apps nicht mehr. Irgendwie gingen die CSS-Dateien für die Apps verloren. Sie sind schlicht nicht mehr bedienbar. Das App das ich vor einem Jahr installiert hatte geht noch. Nur wenn ich dieses App jetzt auf einer neuen Seite einsetzen will, kostet es richtig viel Geld. Danke…ich für meinen Teil verzichte. Meine Neigung für diese Firma einen Dauerauftrag einzurichten und schlechtem Geld gutes hinterher zu werfen verläuft in sehr engen Grenzen. Zumal ich alle 8 Apps nehmen und finanzieren muss, obwohl ich maximal 2 benötige. Und dies auch nur sehr sehr selten.  Dann doch lieber K2 wenn es denn ein kostenloses Tool sein soll. Kostenpflichtige Anbieter von Blogfunktionen gibt es übrigens mehrere.

Layout:

Es gibt keine Möglichkeit bei WordPress ein 2-spaltiges Layout festzulegen, es sei denn man nutzt einen Editor der dies möglich macht, oder man verwendet ein entsprechendes Theme. In der Grundausstattung von WordPress ist dies nicht möglich. Alle Beiträge erscheinen untereinander, aber man kann sie nicht nebeneinander stellen. Bei Joomla ist es möglich Beiträge, in 1,2 oder auch 3 Spalten nebeneinander anzuordnen. Joomla ist hier in der Grundausführung also sehr viel flexibler.

Die Inhalte eines Beitrages:

Mit einer zusätzlichen kostenpflichtigen Komponente können aber bei WordPress die Inhalte eines einzelnen Beitrages in einem 1,2 oder 3-spaltigen Layout angezeigt werden. Das ist zwar auch bei Joomla möglich, aber dort  werden diese Spalten über CSS-Eigenschaften erstellt, die von einigen Template-Herstellern gleich integriert, bzw. schon angelegt sind. (Nicht zu verwechseln mit dem „Layout“ ganzer Beiträge im oberen Absatz)

Medienverwaltung:

Bei WordPress können im Medienordner keine Ordner anlegt werden. Bei vielen Bildern oder anderen Dateien, wird es deshalb sehr schnell unübersichtlich. Bei Joomla können beliebig viele Ordner und Unterordner angelegt werden. Das ist zwar auch bei WordPress möglich, aber nur nach Installation eines zusätzlichen kostenpflichtigen PlugIns. Bei Fotografen die mehrere Galerien anlegen möchten, geht dies also nur dann, wenn sie sich dieses PlugIn zulegen.

Schlagwörter:

Man kann Schlagwörter vergeben zu den Beiträgen, aber man kann sie nicht „ein- oder ausschalten“ wie z.B. bei Joomla. Sind sie bei WordPress angelegt, dann sieht man sie auch.

Seo (Suchmaschinenoptimierung)

Für die Suchmaschinenoptimierung gibt es bei WordPress in der Grundausführung keine Lösung. Man ist gezwungen ein Zusatzmodul zu installieren. Aber auch dies ist nicht sehr zufriedenstellend. Bei Joomla hingegen ist dies sehr elegant gelöst worden. Zu jeder Seite, jedem Artikel und zu jeder Kategorie und Link kann man eine Description und Keywords angeben. Ganz ohne zusätzliche Apps. Besser und einfacher geht es nicht. Gerade bei der Suchmaschinenoptimierung liegen Welten zwischen Joomla und WordPress. Hier ist Joomla eindeutig der Sieger und nicht zu schlagen.

Veröffentlichung:

Die Veröffentlichung einer lokal entwickelten Website oder eines Projektes ist unter Joomla mit Hilfe von Akeeba-Backup (Kickstart) in wenigen Minuten erledigt. Bei WordPress ist das für Laien nicht ganz so einfach. Die Datenbank muss unter Xampp eingerichtet werden und bei einer Veröffentlichung müssen die Pfade der Datenbank geändert werden. Sicher…auch dafür gibt es ein Tool, aber insgesamt gesehen ist es um einiges fummeliger als bei Joomla. Zwischenzeitlich gibt es Akeeba-Backup auch für WordPress.  Die ganze Fummelei mit der Datenbank, der Übertragung der Dateien per FTP und die anschließende Anpassung der vielen tausend Pfade kann man sich ersparen wenn man Akeeba-Backup für WordPress nimmt. Installieren, Sicherung erstellen, die gepackte jpa-Datei per Ftp übertragen und mit Kickstart von Akeeba installieren. Das geht ratzfatz und dauert keine 10 Minuten.

Fazit:

Jemand der auf der Suche nach einem geeigneten CMS ist, der sollte beides einmal ausprobieren um zu testen mit welchem System er am besten zurecht kommt und seine Layout-Wünsche erfüllen kann. Zwischenzeitlich gibt es für WordPress eine Zusatzsoftware (Cornerstone) mit der es möglich ist per Drag and Drop jedes nur denkbare Layout umzusetzen. Es ist kostenpflichtig, macht aber einen guten ersten Eindruck was die Bedienerfreundlichkeit angeht. Für Joomla soll es ein ähnliches Software-Modul geben das von einer Hamburger Firma entwickelt wird. Aber hier sollte man erst einmal abwarten oder einfach einmal ein neues Theme kaufen um es zu testen, denn bei den neuen Themes soll diese Software bereits integriert sein.

Betrachtet man beide Systeme ohne zusätzliche Module, dann bietet Joomla sehr viel mehr Möglichkeiten zu layouten als WordPress und ist flexibler.

Für beide Systeme gibt es Video-Trainings. Von Rheinwerk (früher Galileo) und von Video2Brain. Kostenpunkt bei beiden ca. 40 EUR. Allerdings muss ich hier anmerken, dass für WordPress sowohl von Rheinwerk als auch von Video2Brain jeweils ein Video-Training unvollständig ist. Unvollständig deshalb, weil dem geneigten Zuhörer der meist auch Laie ist, nicht erklärt wird wie man unter Xampp eine Datenbank anlegt. Schon hier, also schon zu Beginn der Trainings ist für Laien Schluss. 40 Euro versenkt, weil man jetzt trotzdem noch bei Youtube oder den Foren reingehen muss um weitermachen zu können. Erst bei einem dritten auf dem Markt befindlichen Training ist nicht nur die Sache mit dem lokalen Server (xampp) erklärt, sondern auch wie man darin eine neue Datenbank anlegt um mit WordPress sofort durchstarten zu können.

Ich persönlich arbeite mit mehreren Systemen. Allerdings sind WordPress und Joomla meine absolute Favoriten. Es sind die CMS-Systeme die am einfachsten zu verwalten und zu bedienen sind und deshalb auch von der Sekretärin des Chefs aktualisiert werden können. Ein Nachmittag Einarbeitung reichen dazu aus. Bei beiden. Für Firmen bieten sie gerade deshalb ein äußerst hohes Maß an Unabhängigkeit. Bei der Suchmaschinenoptimierung ist allerdings Joomla nicht zu schlagen.

Nachgefragt:

Ich wurde auf Grund dieses Artikels gebeten doch die Vor- und Nachteile der Systeme gegeneinander aufzulisten.

Antwort:

Diese Content-Management-Systeme haben keine Nachteile. Ein System muss einem zusagen. Man muss damit zurecht kommen. Eine Einarbeitung brauchen beide. Es kommt darauf an wie die zukünftige Seite aussehen soll und was sie an Features mitbringen, bzw. beinhalten muss. Muss ich im Auftrag der Agentur für einen Kunden eine Seite gestalten, ist deshalb vorab ein persönliches Gespräch notwendig um zu erfahren was der Kunde will, wie er sich seine zukünftige Seite vorstellt und was sie beinhalten soll. Danach richte ich aus welches System ich nutze, bzw. mit welchem System ich die Kundenwünsche am besten umsetzen kann. Da ich bei neuen Projekten ohnehin eine Einarbeitung des Kunden vornehme, spielt es keine Rolle welche der beiden Softwares ich einsetze. Sie sind beide kinderleicht zu bedienen und zu aktualisieren.

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