Abmahnwelle 2022

Ein Urteil des Landgerichts München vom Januar 2022 sorgt für die größte Abmahnwelle im Internet seit mehr als zwei Jahrzehnten. Nicht nur Anwaltskanzleien können abmahnen, sondern auch Privatpersonen. Sie alle nutzen das Urteil aus, um bei Homepagebesitzern Kasse zu machen und ihnen das Geld aus der Tasche zu zhiehen.

Vom 20.01.2022 in seinem Urteil (Az.: 3 O 17493/20)

Dabei geht es um die sogenannten Google-Fonts, die von Google frei zur Verfügung gestellt werden. In nahezu allen CMS-Systemen sind Google-Fonts deshalb auch bereits, neben den Systemschriftarten, eingebunden und können per Mausklick eingestellt werden. Ist die betroffene Google-Schriftart nicht auf dem eigenen Rechner installiert, verstößt dies gegen den Datenschutz.

Auch unsere Kunden hat es erwischt. Dabei fallen zwei Berliner Kanzleien auf, die massenweise abmahnen. Dabei geht es um Beträge zwischen 120 und 170 EUR, die inkl. der Anwaltskosten verlangt werden.

Notieren Sie sich das Datum der Abmahnung. Gemeint ist der Posteingang, denn einige der Abmahnungen sind zurückdatiert. Das ist dann relevant, wenn die Google-Fonts schon vorher deaktiviert wurden. Dann gäbe es für eine Abmahnung schon keinen Grund mehr.

Überprüfen Sie Ihre Homepage darauf, ob Google-Fonts eingebunden sind und deaktivieren Sie diese sofort. Stellen Sie um auf eine System Schriftart wie Arial oder Verdana.

Bei dem DMS Joomla gehen Sie dazu auf Templates >Stile und ändern dort die Schriftart. Bei WordPress gibt es zwei Module, die man kostenlos downloaden und aktivieren kann. Entweder von Borlabs oder das Modul Disable Google-Fonts.

Ich bin selbst kein Anwalt oder Jurist, deshalb rate ich allen, die abgemahnt wurden, sich bei einem Anwalt beraten zu lassen. 

Ich selbst habe in den letzten Jahrzehnten schon viele Abmahnwellen erlebt. Wegen Fotos, wegen Filmen oder Musik. Aber noch nie habe ich erlebt, dass man abgemahnt wird, obwohl der Grund für eine Abmahnung schon beseitigt war wie im Falle unserer Kunden.

Für mich persönlich und für meine Homepage gilt: ich zahle nicht und ich unterschreibe auch keine Unterlassungserklärung. Ich lasse eine mögliche Klage auf mich zukommen. Der Kläger, bzw. die Abmahnanwälte müssen dann die Gerichtskosten vorab bezahlen und haben zudem noch das Prozessrisiko. Und dieses Risiko erscheint mir bei Massenabmahnungen nur, um Kasse zu machen, nicht unerheblich. Man spricht auch von missbräuchlichen Abmahnungen. Und ob Abmahnungen rückwirkend möglich sind, ist auch noch nicht geklärt.

Mein Rat: bleiben Sie cool und lassen Sie sich nicht verrückt machen.

Haben Sie zum Zeitpunkt der Abmahnung Google-Fonts installiert, dann ziehen Sie auf jeden Fall einen Anwalt zu Rate.

Privatpersonen und Laien sollten sich überlegen, ob sie sich nicht bei einer der IT-Kanzleien im Internet anmelden um sicher zu stellen, dass ihre Homepages rechtskonform sind was  Datenschutz oder Rechtstexte angeht. Kaum einer von uns ist in der Lage die ständige Rechtsprechung zu beobachten.  Die Preise für eine solche Dienstleistung beginnen bei EUR 5,90 Netto pro Monat. Einfach die Angebote dazu prüfen.