Sind Sie wirklich Inhaber Ihrer Internetadresse?

Wir erleben es immer wieder wenn wir Vorschläge unterbreiten sollen für eine neue Homepage. Der erste Schritt ist immer der, zu überprüfen, ob die besagte Internetadresse auch wirklich dem gehört der eine neue Homepage haben will. Es ist die Routinearbeit einer jeden Agentur, oder freiberuflichen Dienstleisters. Und gerade hier treten immer wieder Überraschungen auf. Für den Dienstleister, aber vor allem für den Kunden, der bislang keine Ahnung hatte, dass seine Internetadresse jemandem anderen gehört. Jemandem dem er einmal vertraut hatte, weil sich der Kunde selbst einfach nicht auskannte in diesem Geschäft. Er ging natürlich wie selbstverständlich davon aus, dass seine Internetadresse nach dem bezahlten Auftrag auch tatsächlich ihm gehört.

Woher kommt das? Nun…zur Jahrtausendwende gab es sehr viele Dienstleister die sich die Internetadressen ihrer Kunden auf sich registriert haben. Da mag viel Unwissenheit im Spiel gewesen sein. Oder aber einfach der Wunsch einen Kunden in eine Form der Abhängigkeit zu bringen um immer mal wieder etwas verdienen zu können. Denn in solchen Fällen können die Kunden nicht einfach den Anbieter wechseln. Der fremde Domaininhaber muss dem schriftlich zustimmen und hier beginnt bereits der Ärger. Viele Homepages sind in die Jahre gekommen, brauchen eine Auffrischung oder müssen einfach den wechselnden Anforderungen von Google angepasst und deshalb erneuert werden. Es gab aber auch Kunden die doppelt für ihre Internetadresse bezahlt haben. Das ist dann der Fall gewesen, wenn sie für ihre Internetadresse direkt an den Dienstleister bezahlt haben und nicht an den Provider.

In der Regel macht es keine Schwierigkeiten sich seine Domain/Internetadresse rückübertragen zu lassen und auf sich zu registrieren. Aber es ist halt immer ein zeitlicher Aufwand und man muss sich damit beschäftigen, was vor allem Selbständigen oft genug schwer fällt weil sie sich um ihre Firma kümmern müssen. Denn die Dienstleister die sich einmal fremde Domains angeeignet haben, wissen sehr wohl, dass sie rechtswidrig gehandelt haben. Aus welchen Gründen auch immer.  Wenn sich eine Agentur aber rechtswidrig Kundendomains auf sich registrieren ließ, muss man unterstellen, dass sie wusste was sie tat. Es ist schlichtweg unseriös.

Kann man seine Internetadresse auch einklagen? Selbstverständlich kann man das. Aber man sollte es zuvor immer im Guten versuchen. Die Agentur oder den Dienstleister darauf ansprechen und die Rückübertragung auf sich selbst verlangen. Das darf einem Kunden auch nicht berechnet werden. Auch wenn dann ein „Umzug“ der Homepage zum selbst gewählten Provider ansteht. Bei einem Klageweg entstehen immer zusätzliche Kosten. Auch für denjenigen der sich im Recht befindet, denn er muss vorab Gerichts- und Anwaltskosten vorlegen und der Klageweg kann sich außerdem über Jahre hinziehen…je nachdem wie ausgelastet die jeweiligen Gerichte sind.

Wer überprüfen will ob seine Internetadresse auch wirklich ihm gehört und nicht etwa einem anderen, der kann dies für .de-Adressen bei der denic machen. Einfach die eigene Internetadresse ohne das Länderkürzel de eingeben und sich die Inhaberdaten anzeigen lassen. Für alle anderen Domainendungen wie etwa .com gibt es genügend Onlinetools im Internet.

Besonderer Hinweis: seit dem 25. Mai 2018 sind diese hier beschriebenen Abfragen leider nicht mehr so ohne weiteres möglich. Bei Abfragen zum Domaininhaber sendet die denic eine E-Mail an den Inhaber. Danach erhält man für einige Stunden Einblick in die dort gespeicherten Daten. Dies gilt zumindest für die registrierten .de-Adressen. Nachfolgend der Link zur Denic.

www.denic.de